Was der Watzmann mit der Eifel zu tun hat und warum hellblaue Leoparden-Leggings eine richtige gute Entscheidung sein können

Eine Lovestory voller Klischees und Wahrheiten

Hier wird die ungewöhnliche Liebesgeschichte einer kräftigen, kleinen,  alleinstehende Frau mit langen blondierten Haaren erzählt. Sie wird Blondie heißen und in dieser lebensnahen Geschichte alle Klichees erfüllen, die in den dunklen Ecken der Leserinnen und Leser lauern und manchmal gerne ausgesprochen werden würden….Also, hier ist sie: Eine sexistische, politisch total inkorrekte, Männer und Frauen diskriminierende Geschichte zum Heulen und Lachen. Der Autorin ist es wichtig, dass das hier poetischer Trash ist. So wahr und bescheuert wie das Leben selbst. Und am Ende mit Taschentuch…wer mag aus Stoff.

Los geht`s:

Unsere unechte Blondine ist nicht besonders pfiffig, was nicht unbedingt an ihrer Intelligenz festzumachen wäre, sondern eher an dem traurigen Umstand zu geringer Förderung in jungen Jahren. Bei ihrer Entwicklung wurde der Schwerunkt eher auf Reinlichkeit und Sparsamkeit gelegt und so ist sie auf Haus, Arbeitsstelle und Bankkonto fixiert. Sie hasst Kinder, weswegen sie auch keine hat, lieber auf einem Amt arbeitet und einiges für die gute Zeit der Rente spart. Sie ist bei den Kolleg*innen leider eher unbeliebt, denn der liebe Gott hat bei ihr den Humor vergessen. Da das so ist, ist ihr das leider gar nicht klar und so versteht sie auch nicht, warum sie keine engeren Bekanntschaften im Kollegium hat. Sie versteht nicht, warum sie so selten angesprochen wird und niemand sie fragt, ob sie mitkommen möchte, und wenn es nur zum Kopierer ist. Aber mitkommen möchte sie so gerne! Dabeisein, das wäre wunderbar! Ja, sie will nicht nur, sie muss dabei sein, denn wer sonst, wenn nicht ihre Kolleg*innen, wären Zeug*innen ihres Lebens? Familie? Hat sie nicht. Nachbarn? Nein danke, es könnte ja jemand kommen und sie um etwas bitten, da weiß man nie, wohin das führt. Nein, sie bleibt lieber allein und vermeidet unüberschaubare Verbindlichkeiten.

Eins und eins macht eins

Auf dem Weg nach Hause sah sie gestern ein miteinander verschmolzenes Ehepaar mit der gleichen Haarlänge und Frisur. Sie trugen beide eine anthrazitfarbene Jack-Wolfskin-Outdoorjacke mit gelbem Logo und verhampelten sich beim Einsteigen in den Bus mit einer Haltestange, weil sie ihre Hände nicht loslassen wollten.

Unsere unechte Blondine hatte plötzlich einen kurzen heftigen Schmerz in der Herzgegend. Sie starrte auf das Pärchen und dachte: Also, wenn eine Beziehung, dann so eine! Denn wenn zwei eigentlich einer/eine sind, dann gibt es ja gar nichts mehr zu diskutieren, nichts zu entscheiden, nichts nervig zu finden, nichts zu vermissen, wenn der/die andere mal nicht da ist. Gleiche Frisur, gleiches Outfit, gleiches Leben, wenn nicht sogar dasselbe. Ruhe und Frieden und nie mehr allein!

Aber noch hat sie keinen kurzbeinigen Mann mit langen blonden Haaren gefunden. Falls es ihn wirklich geben sollte, lebt er ganz bestimmt in einer Stadt am Rande der Eifel, des Harz oder des Sauerlands…mal schauen.

Trotzdem ist es nicht so, dass Blondy keine Männer träfe:

Lust statt Frust, das Kochlöffel-Projekt

Oh nein! Der einzige Bereich, der bei unserem Engel läuft wie nix, das ist Sex! Die kurzbeinige Blondine ist raffiniert und strategisch extrem gut aufgestellt. Sie weiß, dass viele Männer Nähe lästig finden, nicht gerne Briefe, SMS oder sowas schreiben und sich auch nicht mit Höflichkeiten aufhalten wollen, wenn sie es vermeiden können. Ein Mann will eh nur das eine, also warum dann überhaupt miteinander reden. Sie reißt sich einfach einen auf, für eine Nacht, und macht sich am nächsten Morgen eine Kerbe in den großen Kochlöffel. Das ist leicht, macht kaum Mühe und frau muss sich keine Namen merken, keine lästigen Verwandten kennen lernen (und sich von denen auch die Namen merken) und bekommt auch keine albernen SMS mit Herzchen-Icons. Alles im Griff!

Aber, dass sie im Büro so gar keinen Anschluss findet, ärgert Blondie sehr. Beim Belegschaftsfoto ist sie kaum zu sehen, weil sie so klein ist und Sybille aus der Buchhaltung sie einfach mit ihrem Oberarm verdeckt hat. Ärgerlich!

Zusammen allein

Urlaubszeit: Auch kleine übergewichtige Blondinen mittlerer Intelligenz müssen Urlaub machen. Das steht in ihrem Arbeitsvertrag und den nimmt sie sehr ernst, verschafft er ihr doch den Teil des Tages, an dem sie sich zwar nicht gesehen und wahrgenommen, aber an dem sie dennoch in Form von Exceltabellen sichtbare Spuren hinterlässt. Außerdem liebt sie das Klappern ihrer Plastikfingernägel auf der Tastatur.

Urlaubszeit ist für unsere Blondine eine echte Herausforderung. Bewegung? Nein danke, sie schwitzt nicht gerne. Kultur- und Städtetrips sind auch nichts für sie, sie spricht kein Ausländisch und auf fremdes Essen reagiert sie oft mit Bauchgrummeln. Sie möchte auch niemanden kennen lernen und kann keine Stadtpläne lesen, vom Zusammenfalten ganz zu schweigen…auch nicht mit dem Smartphone.

Früher fuhr sie immer mit ihrer Schwester weg. Das ging ganz gut. Sie buchten einfach eine preiswerte Ferienwohnung im Sauerland, verbrachten 10 Tage vorm Fernseher und schrieben je eine Ansichtskarte an ihre Büros. Nun hatte die Schwester geheiratet. Das war eine Katastrophe! Unsere Blondine hatte sich noch nie so verlassen gefühlt, hatte die Hochzeit geschwänzt und war mit einem tagelangen StressFress zu Hause geblieben.

So ist sie eines Tages auf die Idee gekommen, ein Mal im Jahr mit einem Kreuzfahrtschiff herumzufahren. Das hat sich bewährt. Dort braucht sie sich fast gar nicht zu bewegen, es gibt immer auch deutsche Küche, sie fällt in der Masse nicht auf und es gibt auch andere Singles, die mit Büchern oder Laptops wichtig einen Liegestuhl besetzten. Ein Kreuzfahrtschiff ein auch ein guter Ort für das Kochlöffel-Projekt. Hier kann sie Männer in aller Ruhe beobachten, diese können nicht weglaufen und an ihrem Verhalten lässt sich ganz gut ablesen, wie das männliche Wesen tickt und ob es auf Avancen eingehen wird. Am besten eignen sich Familienväter oder Ehemänner. Sie werden häufig vernachlässigt und suchen unbewusst eine zügellose Nacht. Danach kann man sie problemlos wieder an ihre Gattinnen entsorgen. Niemand hat das Bedürfnis, dass die Sache auffliegt.

In ihrem Koffer hat unser Engel alles, was Männer verrückt macht: Leopardenleggins in XXL, blonde Haarteile, ein pinkes Korsett, das ihre Rundungen oben hoch zusammenquetscht, schwarze Pumps mit Strasssteinchen und einen goldenen Lederimitat-Bluson. Damit hat sie bislang immer jeden Mann abgeschossen: Eine Win-Win-Situation, die am nächsten Morgen als Kerbe auf dem großen Kochlöffel endet.

Kochlöffel-Drama

In diesem Jahr hatte sie sich Rolf aus Krefeld ausgeguckt. Er war kaum größer als sie, arbeitete als Autoverkäufer bei einem Gebrauchtwarenhändler und schwitze auf der Glatze, weswegen er immer nervös überprüfte, ob das Stofftaschentuch noch da war, mit dem er sich schnell und möglichst unbemerkt über seinen kahlen Kopf fuhr. Sein Bauch war mittelgroß, so als könnte er sich nicht entscheiden zwischen, ach, dann fress ich mich einfach voll …oder neinneinnein, ich gehe doch lieber ins Fitnessstudio! Er war in allem unentschlossen und wirkte zutiefst unglücklich und verunsichert. Das perfekte Abendprogramm für unseren Rauschgoldengel – der würde keine Probleme machen. Dem würden die runden Kulleraugen rausfallen, wenn Blondi ihre Künste an ihm abarbeitete. Ihre Fingernägel klopften energisch auf ihre Liegestuhllehne, als sie Rolf mit den Augen verfolgte. Dass in der Ehe nicht mehr viel lief, war nicht zu übersehen. Man sprach nicht miteinander, man berührte sich nicht, man wackelte nebeneinander her und versuchte sich nicht in Streitigkeiten zu verstricken, also Rolf versuchte, seine Frau nicht zu verärgern, er hatte sichtlich Respekt vor ihr und hielt sich etwas geduckt und einen halben Schritt hinter ihr.

Unsere Traumfee sprach ihn einfach an der Bar an, als er einen Sex-on-the-beach für die Gattin bestellte. Rolf hatte eine Laola- Blumenkette um den Hals hängen, in der er sich ständig verhedderte und unsere pralle Blondine kam ihm liebevoll zu Hilfe. Sie wusste, wie man unsichere Männer ansprechen musste und kam, nachdem sie ihn erfolgreich befreit hatte, direkt zur Sache: Sie sei einsam und allein und sie fände, er hätte eine tolle, sympathische Ausstrahlung. Wenn er die Nacht seines Lebens erleben wollte, sollte er um 23: 30 Uhr zu ihrer Kabine kommen. Nummer 110. Sie schrieb ihre Nummer auf eine seiner Plastikblumen, rutschte vornübergebeugt von ihrem Barhocker und wackelte mit ihrem prächtigen Hinterteil davon.

Es klopfte um 23:25 Uhr.

Rolf schwitzte und wischte und guckte und wusste nicht, was er sagen sollte. Er schämte sich irgendwo in seinem Kopf, aber irgendwo in seinem Körper passierte etwas ganz anderes… Es dauerte keine 2 Minuten und Blondi hatte ihn auf ihr Bett geworfen und fing mit geschickten Fingern an, an seiner Hose herumzunesteln.

Da rief Rolf: NEIN! Dann leiser: Nein, nein…ginge es auch, wenn du mich einfach nur in den Arm nimmst und mir sagst, dass ich ein gutes Schäfchen bin?

Unsere Blondine stutze. Sie blickte auf. Was wollte er? Kuscheln? Ein gutes Schäfchen sein??? Nun war sie völlig verunsichert, ihr Konzept war dahin, in ihrem Hirn herrschte Leere. Ohne nachzudenken robbte sie zu ihm nach oben, wuchtete ihren Körper herum, bettete seinen Kopf in ihre Armbeuge und flüsterte: Du bist ein gutes Schäfchen, du bist ein gutes Schäfchen, du bist ein gutes, gutes Schäfchen…und Rolf liefen leise die Tränen über seine mittelgroßen Hamsterbacken.

Traumatisiert, aber voll….

Blondi verließ das Schiff im nächsten Hafen. Sie nahm den schnellsten Anschluss nach Hause, kaufte für eine Woche Dosenessen ein und verschloss ihre Wohnungstür. Sie legte „Walking Dead“ ein, eine Serie mit Zombies, und hoffte inständig, dass dieses emotionale Ereignis auf dem Mittelmeer-Kreuzer keine Sonne in ihrem Herzen erstrahlen ließ. Man könnte sagen, sie war durch die unerwartete Nähe-Erfahrung mit Rolf zutiefst traumatisiert. Noch 8 Tage und sie konnte endlich wieder ins Büro. Sie brauchte dringend Routine, normales, gefühlsarmes Leben, denn sie wollte nur noch eins: Vergessen wie warm sich Rolfs Kopf an ihrer Schulter angefühlt hatte und auch die Tränen, die ihren Arm entlang gelaufen waren….

Oh je, oh je, sie ist jetzt bereits gefühlte 2 Monate mit Dosen-Ravioli allein in ihrer Wohnung und guckt „Walking Dead“. Man muss sich definitiv Sorgen um sie machen!
Unser Rauschgoldengel sitzt auf seinem Sofa und stiert ins Fernsehgerät. Die Reise auf dem Kreuzfahrtschiff hat Spuren hinterlassen, die nicht nur äußerlicher Natur sind. Neben abgebrochenen ungepflegten Fingernägeln, hängenden Intensions und nicht mehr vorhandenem MakeUp, hat sie Schmerzen in der Herzgegend. Da brennt es so komisch, als wäre es wund und scheuerte gegen die Rippen. Jeder Herzschlag findet einen Widerhall in ihrem Kopf und auch im rechten großen Zeh, da hilft kein Schütteln und keine kalte Fußdusche. Vor allem nachts ist ihr Herz wie ein Kind, das wimmert und auf den Arm will. Es drängt und quengelt in ihr und sie wusste wieder einmal, warum sie sich gegen Kinder entschieden hatte. Blondie findet keine Ruhe mehr und ist kurz davor wahnsinnig zu werden. Bald sind die Ravioli alle und sie muss wieder ins Büro. Oder sollte sie sich krankschreiben lassen? Weswegen? Akute Depression aufgrund unvermittelter Nähe-Erfahrung mit einem Mann? Burnout nach drei Wochen Urlaub….? Blondi ist verzweifelt. Manchmal glaubte sie, bei einem Zombi in der Serie Ähnlichkeiten mit Rolf festzustellen. Ein Blick, ein Wischen über einen Zombikopf, ein kleines Zombibäuchlein (seltsam, die sahen doch alle eigentlich verhungert aus…?) Blondi ist sich langsam sicher, wirklich verrückt zu werden und beschließt, einfach wieder aufs Amt zu gehen. Vielleicht wird sie dort dieses lästige Gefühl von Wärme, unerklärliche Vertrautheit und sogar ein Anflug von spontaner Zuneigung zu einem Mann wieder los. Am letzten Urlaubssonntags rüstet sie ihr Äußeres auf und stapft dann müde, aber motiviert am Montag zur Arbeit. Knappes Grüßen, keiner scheint sie irgendwie vermisst zu haben, alles ist wie immer, Blondi entspannt sich. Rettung ist in Sicht. Sie nimmt ihre Routine wieder auf und das klebrige Gefühl „Rolf und seine Tränen“ scheint zu verblassen. Das Herzklopfen inside bleibt ihr wohl erhalten und so versucht sie es pragmatisch in ihren Alltag einzubauen. Beim Staubsaugen schiebt sie den Sauger im Rhythmus ihres Herzens über den Teppich, beim Zähneputzen übernimmt sie ihn einfach und auch beim Spülen lassen sich Gläser im Herzrhythmus prima blank wischen. Alles scheint sich gut zu entwickeln. 

Samstags quetscht sie sich wieder in ihre Männerangel-Montur und sorgt für Kerben im großen Kochlöffel. Es macht nicht mehr so viel Spaß wie früher, aber das schiebt sie auf ihr Alter von 49. Wahrscheinlich irgendwas mit den Hormonen.

Was der Watzmann mit der Eifel zu tun hat

Eines Samstags betrat sie eines ihrer Lieblings-Aufreiss-Lokale am Rande der Eifel. Hierhin verirren sich brave Familienväter, unkomplizierte Rocker, Männer, die keine abbekommen und einige schräge Vögel aus Belgien, die ungern ihre Namen nennen. Das perfekte Biotop für eine giftige Schlange. An jenem Abend trug sie eine ihrer Leopardenleggings mit hellblauer Farbe an den hellen Stellen, sah etwas nach Kuh aus, machte die Männer aber seltsamerweise total verrückt. Sie schob sich an die Bar und hiefte sich auf einen Barhocker, um die anwesenden Männer durchzuchecken. Neben ihr saß auch eine Blondine, ähnliche Harrlänge, ähnliche Statur. Blondi konnte ihr Gesicht nicht sehen, weil die Blondine gerade in ihrer Tasche nach etwas suchte. Das war keine gute Ausgangslage, zwei Blondinen nebeneinander… außer man wollte zu dritt oder viert irgendwo landen.

Blondi wollt gerade aufstehen, als sich die andere Blondine zu ihr hindrehte. Eine tiefe Stimme fragte: Kannste bitte mal halten? Blondi blickte in ein Gesicht, das ihres hätte sein können, nur mit Schnäuzer auf der Oberlippe. Verdaddert nahm sie die Tasche. Blondi 2 suchte etwas in seiner schwarzen Lederimitatfransenjacke und holte dann ein Stofftaschentuch heraus. Blondi blieb der Atem stehen, ihr Herz trommelte wie verrückt gegen ihren Brustkorb und sie starrte völlig fasziniert auf das Stofftaschentuch und Blondi 2. Und dann tat er es. Er hob den Arm und wischte sich langsam, sehr langsam etwas Schweiß von der Stirn, seine Bewegungen gingen hin und her, wobei er seine Augen schloss und sich seine Lippen leicht öffneten. Blondi verfolgte gebannt seine Bewegungen. Wie in Zeitlupe schien sich das ganze Universum in diesen einen Augenblick zu ergießen!

Es war der Urknall lautlos! Es war der Watzmann, der die Unglücklichen rief! Es war der 7. Tag der Schöpfung: UND SIEHE, ES WAR GUT! Es war der Wahnsinn! Blondis Blut rauschte. Sie war einer Ohnmacht nahe und fühlte sich plötzlich sehr schwach. Sie sackte in sich zusammen und fing an zu weinen. Blondi 2 stutze, hörte auf zu wischen und machte eine paar Mal: Och, och, och, nein, nein, nicht weinen! Er nahm das Taschentuch und tupfte vorsichtig ihre Tränen auf, ein bisschen Rotze war auch dabei und dann fragte er sie, was sie trinken wolle: Bierhierhier, schluchzte sie und sie stürzte sich ein Reissdorfkölsch 0,2 in den Hals. 
Der Rest ist schnell erzählt: Blondi 2 trug eine silberne Hose mit hellblauen Nähten, irgendwie 80ziger Style, aber cool. Die zwei saßen den ganzen Abend nebeneinander, ihre Oberschenkel rieben zufällig aneinander und die hellblaue Naht seiner Hose schien mit den hellblauen Flecken ihrer Leggings ineinanderzulaufen. Auf jeden Fall „einander“! 

Golden Future

Und so geht die Geschichte aus. Sie sind schnell zusammengezogen. Blondi 2 hatte ein gemütliches kleines Häuschen am Eifelrand von seiner Mutter geerbt und unsere Traumfrau zog zu ihm.

Ja, so ist es ja oft bei Menschen, die extreme Haltungen leben: Entweder rauchen sie sich zu Tode oder sie hören auf damit und diskriminieren Raucher fortan pausenlos. So auch bei Blondi, die übrigens ab sofort Goldie heißt: Erst nur Kerben im großen Kochlöffel und nun Verschmelzung total!

Als ich gestern beim Bäcker war, lag dort der Flyer einer Hundevermittlung aus. Und da ich Hunde mag, hab ich genauer hingesehen und wer war`s? Goldi mit Blondi 2! Goldi scheint auf dem Amt gekündigt und mit ihrem Lieblingsverschmelzungsmenschen eine Hundezucht aufgemacht zu haben. Es wäre jetzt zu platt zu schreiben, dass sie GoldenRetriever züchten, deswegen erfinde ich eine eigene Hunderasse für die Zwei. In der Tat sieht diese Rasse GoldenRetriever ähnlich in Farbe und Fell, somit sieht sie auch ihren Züchtern ähnlich, aber die Tierchen haben keine Hinterläufe. Sie sind keine Lauf-oder Spürhunde, sondern Traghunde. Sie werden in kindertragenähnlichen Beuteln am Körper getragen und brauchen wenig bis keine Bewegung. Es gibt sie in drei verschiedenen Größen, je nach körperlicher Größe und Kraft ihrer Besitzer*innen. Sie schauen mit ihren niedlichen Schnauzen und Pfötchen aus dem Säcklein vor der Brust und fiepsen leise.

Somit ist das Auto von Goldi und Blondi 2 jetzt über und über von hellen Hundehaaren übersät und wenn der Tragebeutel bei Regen nass geworden ist, müffelt es im Auto entsprechend streng, während unsere einst schmutz- und drecksverschreckte Blondine fröhlich Die Eifler Lederhosen hört und mitträllert. Wer hätte ihr so viel Entwicklungspotenzial zugetraut? 
Die Tragehunde werden in erster Linie an Menschen verkauft, die in ihrer Kindheit zu wenig Zuwendung und Liebe erfahren haben. Die Rasse ist ihres sanften Wesens wegen gut für Therapiezwecke geeignet, denn sie müssen den Herzschlag eines Menschen hören und brauchen die Körperwärme ihrer Frauchen oder Herrchen zum Überleben, sonst gehen sie recht schnell ein. Sie sind also wie Babies, aus denen nie Kinder werden.

Ich glaube, wir können Goldi in eine goldene Zukunft entlassen und müssen uns keine weiteren Sorgen um sie machen, was mich sehr erleichtert und mich so richtig für sie freut, für beide!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.